In 15 von 16 deutschen Bundesländern gilt leider (noch) ein Friedhofszwang. Das heisst Leichen, gleich in welcher Form, müssen auf einem zugelassenen Friedhof beigesetzt werden.

Allerdings gibt es sogenannte Urnen “für zu hause” in die nur wenige Gramm der sterblichen Überreste gefüllt werden dürfen.

Ausgenommen von dieser meiner Meinung nach veralteten Regelung ist seit 1. Januar 2015 lediglich das Bundesland Bremen in dem die Asche Verstorbener auch auf Privatgrundstücken und festgelegten öffentlichen Flächen verstreut werden darf. Dies muss der/die Verblichene allerdings vor dem Ableben Erklären.

 

Lässt sich der Friedhofszwang für Urnen umgehen?

Grundsätzlich lässt sich, mit genügend krimineller Energie, jede gesetzliche Regelung umgehen. Eine Anleitung hierzu darf und werde ich freilich nicht geben. Dennoch sind folgende Szenarien durchaus denkbar:

1.

Urnen werden des öfteren per DHL versendet, mir ist aber auch untergekommen dass Angehörige dies lieber selbst erledigen.

Beharrt jemand nun erfolgreich darauf ließe sich die Asche in der Kapsel vor der Beisetzung sicher Austauschen und die Großmutter würde Ihre letzte Ruhe bei Ihrem Gatten auf dem Kaminsims finden.

2.

Könnten (und werden) Urnen zur Beisetzung ins Ausland ausgeführt. Mit der Ausfuhr hat sich die Bestattungspflicht für die zuständigen deutschen Behörden erledigt.

Nun gibt es den Zwang aber nicht in allen Ländern, wird die Urne in die schöne Schweiz oder nach Tschechien ausgeführt darf die Asche dort i.d.R. auch ins Bücherregal gestellt werden (Nein, es muss natürlich kein Bücherregal sein. Wer geschmacklos genug ist kann sie dort auch auf dem Spülkasten der Toilette platzieren.).

Theoretisch könnte es einem Schwerkriminellen nun gelingen die Urne oder deren Inhalt – verbotenerweise – wieder nach Deutschland ein zu führen und so die Pflicht aus längst vergangen Zeiten umgehen.

3.

Im dritten Szenario könnte jemand natürlich auch auf die Idee kommen die Urne in einem unbeobachteten Moment wieder aus zu graben. Ist die genaue Stelle bekannt, der Täter körperlich fit und skrupellos genug wäre die Aktion wohl in unter 5 Minuten erledigt.

 

 

Das Ganze ist natürlich auf keinen Fall als Anleitung zu verstehen. Doch so oder so ähnlich kann und werden Urnen auch in Deutschland illegalerweise von der Friedhofspflicht befreit.

 

Wer auf die Idee kommt seinen Bestatter um den Austausch der Asche zu bitten sollte über eine gute Menschenkenntnis verfügen. Weder mein Ex-Chef noch meine damaligen Kollegen hätten – angeblich aus tiefer religiöser Überzeugung – einem Kunden diesen Gefallen getan.  Das Stellen dieser Frage hätte es später aber schwierig bis unmöglich gemacht doch noch zu seinem (un)recht zu kommen.

 

 

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