Das könnte man wenigstens vermuten, denn in der Wochenmitte ist so gar nichts los.

Vormittags trifft die letzte Verwandte von Herrn Neumann im Institut ein, es ist seine Enkelin.

Eine Junge Frau Mitte 20 die mit einem alten Fiat Panda vor fährt dessen Motor gerade auch seine letzten Atemzüge durch hustet. Von Frau Kiesling erfahre ich später, dass sie als Zeitarbeiterin bei einem namhaften deutschen Automobilhersteller arbeitet und das Geld gerade so zum Überleben reicht.

Sie ist damit eine von vielen die schlicht kein Geld für Beerdigungen haben und man kann ihr Ansehen, dass sie mit ihrer Entscheidung für eine anonyme Urnenbestattung selbst nicht zufrieden ist. Leider ist das die billigste Lösung.

Ich fahre bei 0 Grad und Schneefall los um Urkunden und die Unbedenklichkeitsbescheinigungen zu holen, Hans sargt Herrn Neumann derweil im billigsten Modell inklusive Papierdecke ein. Die Kleidung die er bei der Abholung an hatte wird er mangels Geld auch im Hochofen an behalten, wenigstens bis sie in Flammen aufgeht.

Als ich zurück komme steht bereits der Transporter vom Abholservice des Krematoriums in der Einfahrt. Ein faszinierendes Fahrzeug, von außen ein 100% original gehaltener weißer Iveco Daily, öffnet man die hinteren Türen sind dort Schienen und Halterungen für 6 Särge eingebaut. Mit “unseren” 3 neuen Särgen ist der Wagen voll beladen.

Da alles geputzt und geölt ist und auch sonst nichts ansteht endet mein Arbeitstag heute bereits um kurz nach 12 Uhr.